Interim Management

5 haeufigste Fehler beim Einsatz von Interim Managern

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Die fuenf Klassiker: kein klarer Auftrag zu Beginn, fehlende Team-Vorbereitung, unrealistische Erwartungen an Geschwindigkeit, kein definierter Uebergabeplan und Interim-Referenzen nicht gruendlich geprueft. Alle fuenf sind vermeidbar - wenn man sie kennt.

Warum Interim-Mandate scheitern - obwohl der Manager gut ist

Interim Management ist eine leistungsstarke Ressource für Unternehmen in Veränderungssituationen – bei Führungslücken, Transformationsprojekten, Nachfolgeregelungen oder Krisensituationen. Ein erfahrener Interim Manager bringt das, was intern fehlt: Distanz, Expertise und Umsetzungskraft ohne Betriebsblindheit.

Trotzdem scheitern Interim-Mandate häufiger als nötig. Nicht weil der Interim Manager nicht gut genug war, sondern weil die Rahmenbedingungen für einen wirksamen Einsatz nicht hergestellt wurden. Die Verantwortung dafür liegt beim auftraggebenden Unternehmen. Das ist die unbequeme Wahrheit hinter vielen teuren Interim-Projekten, die nicht geliefert haben was sie sollten.

INREMA begleitet sowohl Unternehmen bei der Auswahl und Integration von Interim Managern als auch Interim Manager selbst bei der Mandatsstrukturierung. Die fünf Fehler in diesem Artikel stammen aus realen Mandaten und zeigen, welche vermeidbaren Entscheidungen den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem gescheiterten Einsatz ausmachen.

Interim Management kostet – pro Tag je nach Profil und Markt zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Das ist eine erhebliche Investition. Wer diese Investition ohne die folgenden Grundlagen tätigt, verbrennt Budget ohne nachhaltigen Nutzen.

Die 5 haeufigsten Fehler

  • Kein klarer Auftrag: Ziel ist vage – ohne messbares Ergebnis keine Erfolgsbasis
  • Fehlendes Team-Onboarding: Team erfährt vom Interim Manager gleichzeitig wie er ankommt
  • Unrealistische Geschwindigkeitserwartung: Zwei Wochen für Strukturanalyse sind normal, nicht Versagen
  • Kein Übergabeplan: Ergebnisse verschwinden mit dem Manager wenn keine Übergabe geplant ist
  • Referenzen nicht wirklich geprüft: Profil gelesen statt mit früheren Auftraggebern gesprochen
  • Entscheidungskompetenz unklar: Manager kann nicht handeln ohne definierten Entscheidungsrahmen
  • Kein Sponsor auf Geschäftsführungsebene: Ohne direkten Draht zur Führung fehlt Rückhalt

Vor dem Mandat-Start: Was geregelt sein muss

  1. Klares Briefing auf einer DIN-A4-Seite

    Was ist das konkrete Ziel in messbaren Größen? Was sind die Meilensteine mit Zeitrahmen? Was ist der Entscheidungsrahmen des Interim Managers – was kann er selbst entscheiden, wo muss er eskalieren? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Wer ist sein Ansprechpartner auf Geschäftsführungsebene? Ein gutes Briefing passt auf eine DIN-A4-Seite. Wenn es mehr braucht, ist das Ziel noch nicht klar genug.

  2. Team vor dem ersten Tag vorbereiten

    Bevor der Interim Manager seinen ersten Tag beginnt: Das betroffene Team informieren. Warum ist er da? Was ist die Aufgabe, zeitlich begrenzt? Was ändert sich und was ändert sich nicht? Wer ist er als Person? Diese Transparenz kostet 30 Minuten in einem Team-Meeting und verhindert Misstrauen, Gerüchte und passiven Widerstand, der ein Mandat erheblich verlangsamen kann.

  3. Entscheidungskompetenz explizit definieren

    Welche Entscheidungen kann der Interim Manager eigenständig treffen – Personalentscheidungen, Lieferantenauswahl, Investitionen bis zu welchem Betrag? Wo muss er eskalieren? Wer ist der Eskalationsweg? Ohne definierten Entscheidungsrahmen wird jede zweite Maßnahme zur internen Diskussionsrunde. Das kostet Zeit und frustriert einen erfahrenen Interim Manager.

  4. Übergabeplan ab Tag 1 strukturieren

    Was soll am Ende des Mandats übergeben werden? In welcher Form – Dokumentation, Schulung, laufende Prozesse? An wen genau? Mit welchem Zeithorizont für die Übergabe? Diese Fragen werden am Anfang definiert, nicht am Ende. Ein Mandat ohne Übergabeplan endet damit, dass das Ergebnis personengebunden bleibt und das Unternehmen nach dem Mandat wieder am Ausgangspunkt steht.

  5. Regelmäßige Statusgespräche institutionalisieren

    Wöchentliche oder zweiwöchentliche Checkpoints mit dem Auftraggeber auf Geschäftsführungsebene sind kein Mikromanagement. Sie sind Qualitätssicherung, frühzeitige Kurskorrektur und die Grundlage dafür, dass der Interim Manager die nötige Unterstützung bekommt wenn er auf strukturelle Widerstände trifft. Diese Termine werden vor Mandatsbeginn fest im Kalender geblockt – nicht ad hoc vereinbart.

Ein guter Interim Manager braucht keine lange Einarbeitung – aber er braucht einen klaren Auftrag und echte Entscheidungskompetenz.

Der teuerste Fehler: Vage Erwartungen und kein Stopp-Mechanismus

Ein Interim Manager wurde beauftragt, die Vertriebsorganisation zu modernisieren. Nach vier Monaten und erheblichen Tagesatzkosten waren zwar Prozesse dokumentiert und eine neue CRM-Strategie entwickelt – aber die eigentliche Umsetzung stand noch aus. Die Erwartungen waren zu Beginn nicht klar definiert worden: War Analyse das Ziel oder Umsetzung? Wann wäre das Mandat erfolgreich gewesen? Ohne diese Klarheit hat das Unternehmen weitergemacht bis das Budget aufgebraucht war. Ein Übergabeplan und messbare Meilensteine hätten dieses Szenario verhindert.

Warum Referenzprüfung mehr ist als einen Anruf zu machen

Das Profil eines Interim Managers erzählt die Geschichte, die er erzählen will. Referenzen können dieselbe Funktion erfüllen, wenn sie nur oberflächlich geprüft werden. Ein 15-minütiges Gespräch mit einem ehemaligen Auftraggeber bei dem nur bestätigt wird was ohnehin bekannt war, ist keine Referenzprüfung.

Eine echte Referenzprüfung stellt unbequeme Fragen: Was war das schwierigste Moment in dem Mandat und wie hat er es gelöst? Wo hat er die Erwartungen verfehlt? Wie ist er mit Widerstand im Team umgegangen? Was würden Sie beim nächsten Mal anders strukturieren? Diese Fragen liefern belastbare Informationen, die das Profil nicht enthält.

Für spezialisierte Profile – Restrukturierung, internationales Management, spezifische Branchen – sind Branchenreferenzen deutlich aussagekräftiger als allgemeine Managementreferenzen. Ein Interim Manager der dreimal erfolgreich in der Lebensmittelbranche gearbeitet hat ist für ein Lebensmittelunternehmen wertvoller als jemand der allgemein als gut gilt.

Onboarding-Checkliste für den ersten Tag

Was ein Interim Manager am ersten Tag braucht um sofort produktiv zu sein: Zugänge zu allen relevanten IT-Systemen und Dateiablagen. Organigramm und kurze Beschreibung der Schlüsselpersonen. Aktuelle Zahlen zum Zustand des Mandatsbereichs. Geplanter Termin mit dem Team für das erste Kennenlernen. Namen und Erreichbarkeit aller wichtigen internen Ansprechpartner. Kalender-Einladung für den ersten Checkpoint mit der Geschäftsführung. Je besser das Onboarding, desto früher liefert das Mandat Ergebnisse.

Checkliste: Was vor Mandatsbeginn geregelt sein muss

  • Briefing-Dokument mit Ziel, Meilensteinen und Erfolgskriterien erstellt
  • Entscheidungsrahmen schriftlich definiert: Was kann er selbst entscheiden?
  • Team-Information geplant und durchgeführt vor dem ersten Tag
  • Onboarding-Pakete vorbereitet: Zugänge, Daten, Ansprechpartner
  • Übergabeformat und -empfänger definiert – ab Tag 1
  • Regelmäßige Checkpoint-Termine im Kalender gesetzt
  • Referenzen mit echten Gesprächen, nicht nur schriftlichen Bestätigungen geprüft

Die 5 Fehler auf einen Blick

Zusammenfassung
  • Kein klarer Auftrag: Ohne messbares Ziel kein messbares Ergebnis – Briefing auf einer Seite schreiben
  • Team nicht vorbereitet: Transparenz vor dem ersten Tag verhindert Widerstand und kostet 30 Minuten
  • Kein Übergabeplan: Ergebnisse bleiben nachhaltig nur wenn Übergabe ab Tag 1 mitgedacht wird

Wir helfen dabei, das Mandat so zu strukturieren, dass der Interim Manager vom ersten Tag an wirksam ist.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Interim Manager?
Tagessaetze liegen je nach Erfahrung und Funktion zwischen 1.200 und 3.500 Euro. Dazu kommen Reise- und Unterkunftskosten. Bei Vermittlung ueber Provider faellt eine Vermittlungsgebuehr an. Direktvermittlung ist guenstiger, erfordert aber mehr eigenen Aufwand bei der Auswahl.
Wie lange dauert ein typisches Interim-Mandat?
Drei bis zwoelf Monate sind der Regelfall. Kuerzere Mandate unter drei Monaten reichen selten, um wirklich etwas zu veraendern. Laengere Mandate sollten hinterfragt werden - ab wann braucht es eine Festanstellung?
Wann ist Interim Management sinnvoller als eine Festanstellung?
Wenn schnelles Handeln noetig ist (keine Zeit fuer langen Rekrutierungsprozess), wenn spezifisches Wissen fuer ein begrenztes Projekt gebraucht wird, oder wenn unklar ist ob die Position dauerhaft benoetigt wird. Interim ist auch sinnvoll als Bruecke waehrend einer Suche.
Wie pruefe ich Interim-Referenzen wirklich?
Nicht nur die Namen der Referenzgeber nehmen - wirklich anrufen. Fragen: Was war die groesste Herausforderung des Managers? Was haette er besser machen koennen? Wie war der Uebergang am Mandatsende? Diese Fragen liefern echte Erkenntnisse.

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