Datenschutz & Compliance

Messenger im Unternehmen: Was WhatsApp, Signal und Teams unterscheidet

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Kurze Antwort

WhatsApp überträgt Metadaten an Meta und eignet sich nicht für vertrauliche Geschäftskommunikation. Signal und Microsoft Teams sind unter bestimmten Bedingungen DSGVO-konform einsetzbar.

Wer WhatsApp für Geschäftskommunikation nutzt, gibt Metadaten seiner Kontakte an Meta weiter – ohne deren Einwilligung. Das ist ein strukturelles DSGVO-Problem.

Überblick: Drei Messenger im Vergleich

WhatsApp – Stärken im Unternehmenskontext

  • Sehr hohe Verbreitung bei Kunden und Lieferanten – keine Installationshürde
  • WhatsApp Business API ermöglicht strukturierte Kundenkommunikation
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichteninhalte vorhanden
  • Einfache Bedienung ohne Schulungsaufwand
  • Integration in CRM-Systeme über Business API möglich

Signal und Teams – Stärken im Unternehmenskontext

  • Signal: Open-Source-Protokoll, minimale Metadaten-Erhebung, keine Werbung, kein Konzerninteresse
  • Signal: Kein Adressbuch-Upload an Dritte – DSGVO-freundlichste Option
  • Microsoft Teams: AVV mit Microsoft abschließbar, EU-Datenhaltung wählbar
  • Microsoft Teams: Vollständige Integration in M365, Compliance-Features, eDiscovery
  • Teams: Rollenkonzepte, Archivierung und Gäste-Zugänge für B2B-Kommunikation

So treffen Sie die richtige Entscheidung

  1. Schritt 1: Datensensibilität der Kommunikation einordnen

    Überlegen Sie, welche Inhalte über den Messenger laufen sollen. Personenbezogene Daten, Gesundheitsdaten oder Vertragsdetails erfordern ein höheres Schutzniveau als allgemeine Terminabsprachen.

  2. Schritt 2: Datenschutz-Folgenabschätzung für WhatsApp prüfen

    WhatsApp lädt beim ersten Start das komplette Adressbuch auf Meta-Server hoch – auch Kontakte, die WhatsApp nicht nutzen. Das ist ohne Einwilligung dieser Personen ein DSGVO-Verstoß. Für Kundenkommunikation mit sensiblen Daten scheidet WhatsApp damit aus.

  3. Schritt 3: AVV mit dem Anbieter abschließen

    Für Teams und WhatsApp Business API kann ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen werden. Signal bietet keinen AVV, da keine Verarbeitung personenbezogener Daten durch den Anbieter stattfindet – was datenschutzrechtlich vorteilhaft ist.

  4. Schritt 4: Nutzungsrichtlinie erstellen

    Legen Sie fest, welcher Messenger für welche Zwecke erlaubt ist. Private WhatsApp-Chats für interne Teamabsprachen sind oft nicht vermeidbar, sollten aber klar von offizieller Kundenkommunikation getrennt werden.

  5. Schritt 5: Mitarbeiter schulen

    Weisen Sie Mitarbeiter auf die Risiken nicht genehmigter Messenger hin (Shadow-IT) und erklären Sie, welche Plattform für welchen Kommunikationszweck genutzt werden soll.

WhatsApp im Unternehmen: Das konkrete Risiko

Die Hamburger Datenschutzbehörde hat WhatsApp-Nutzung im geschäftlichen Kontext mehrfach als DSGVO-widrig eingestuft. Bußgelder bis 20 Mio. Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Das Risiko ist real, auch wenn die Behörden bisher vor allem Großunternehmen im Fokus hatten.

Praxistipp für den Mittelstand

Nutzen Sie Microsoft Teams, wenn Sie bereits M365 lizenziert haben – der AVV ist in den Microsoft-Verträgen enthalten, die Lösung ist bereits bezahlt. Signal eignet sich als Ergänzung für intern vertrauliche Kommunikation ohne großes Setup.

Unsicher, welcher Messenger in Ihrem Unternehmen DSGVO-konform eingesetzt werden kann? Wir helfen Ihnen bei der Bewertung.

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Häufige Fragen

Ist WhatsApp für Unternehmen grundsätzlich verboten?
Nicht verboten, aber problematisch. Ohne klare Regelung und ohne AVV-Möglichkeit für Standardnutzung ist WhatsApp für die Verarbeitung personenbezogener Daten von Kunden ungeeignet.
Kann ich mit Signal einen AVV abschließen?
Nein. Signal verarbeitet keine personenbezogenen Daten für den Anbieter, weshalb kein AVV erforderlich ist – das ist datenschutzrechtlich ein Vorteil.
Darf ich Microsoft Teams mit Kunden aus der EU nutzen?
Ja, wenn Sie im Microsoft-Vertrag die EU-Datenhaltung konfigurieren und den standardmäßig enthaltenen AVV aktivieren.
Was ist Shadow-IT bei Messengern?
Mitarbeiter nutzen nicht genehmigte Apps für Geschäftskommunikation. Das entzieht dem Unternehmen die Kontrolle über personenbezogene Daten und schafft Haftungsrisiken.

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