Ein Interim CFO ist eine erfahrene Finanzführungskraft auf Zeit, die operative Verantwortung übernimmt – für Liquiditätsmanagement, Reporting, Bankkommunikation und strategische Finanzentscheidungen.
Kein CFO da – und morgen ist Bankgespräch? Ein Interim CFO ist in zwei Wochen handlungsfähig. Mit vollem Mandat.
Was macht ein Interim CFO – und was nicht?
Ein Interim CFO (Chief Financial Officer auf Zeit) übernimmt die Gesamtverantwortung für den Finanzbereich eines Unternehmens – befristet, aber mit vollem operativem Mandat. Er führt das Finanzteam, verantwortet das Reporting an Geschäftsführung und Gesellschafter, steuert die Liquidität, kommuniziert mit Banken und Investoren und sorgt dafür, dass die Zahlen nicht nur stimmen, sondern auch verständlich sind.
Was ein Interim CFO nicht ist: ein Buchhalter auf Zeit oder ein externer Controller, der monatlich einen Bericht einreicht. Der Interim CFO sitzt an der Unternehmensführung, denkt strategisch und handelt operativ. Er ist Sparringspartner der Geschäftsführung und gleichzeitig derjenige, der die Finanzfunktion täglich am Laufen hält.
Im Mittelstand fehlt diese Rolle häufig ganz – oder sie ist in der Person des Geschäftsführers gebündelt, der sie neben allem anderen mit erledigt. Genau hier entfaltet ein Interim CFO seinen größten Wert: Er bringt professionelle Finanzführung in ein Unternehmen, das sie bisher nicht hatte oder temporär braucht, ohne eine dauerhafte Stelle zu schaffen.
Typische Einsatzszenarien für einen Interim CFO
- Vakanz: Der bisherige CFO oder Kaufmännische Leiter hat gekündigt oder ist ausgefallen – Brücke bis zur Nachbesetzung
- Restrukturierung: Das Unternehmen steckt in einer finanziellen Krise und braucht sofort jemanden mit Sanierungserfahrung
- M&A-Vorbereitung: Verkauf, Fusion oder Beteiligungsprozess – der Interim CFO führt den Datenraum und begleitet Due Diligence
- Digitalisierung der Finanzfunktion: Einführung neuer ERP- oder Reporting-Systeme ohne internen Projektleiter
- Wachstumsphase: Scale-up oder Internationalisierung erfordern strukturierte Finanzplanung und Investorenkommunikation
- Erstmalige Professionalisierung: Unternehmen mit bisher rudimentärer Finanzsteuerung will Strukturen aufbauen
Was leistet ein Interim CFO konkret?
Die Leistungen eines Interim CFO lassen sich in vier Kernbereiche gliedern. Erstens das Liquiditätsmanagement: Der Interim CFO analysiert Cashflow-Engpässe, optimiert Working Capital, steuert Zahlungsläufe und stellt sicher, dass das Unternehmen zu jedem Zeitpunkt zahlungsfähig bleibt. Gerade in Krisen ist das oft die dringendste Aufgabe.
Zweitens das Reporting und Controlling: Er baut ein belastbares Berichtswesen auf oder repariert ein bestehendes – inklusive Monatsbericht, Forecast, Plananpassung und Management-Dashboard. Ohne verlässliche Zahlen kann kein Geschäftsführer vernünftig steuern; der Interim CFO macht das möglich.
Drittens die Bankkommunikation und Finanzierungsstruktur: Kreditverhandlungen, Covenant-Monitoring, Umschuldung, neue Kreditlinien – der Interim CFO spricht die Sprache der Banker, kennt die Unterlagen, die Banken brauchen, und führt diese Gespräche auf Augenhöhe. Das ist ein Unterschied, den Unternehmen oft erst dann merken, wenn ein Bankgespräch schiefläuft.
Viertens Investor Relations und strategische Finanzplanung: In wachstumsstarken Unternehmen oder vor Transaktionen erstellt der Interim CFO Finanzmodelle, Business Pläne und Präsentationen für Gesellschafter, Investoren oder potenzielle Käufer. Er sorgt dafür, dass das Unternehmen finanziell klar positioniert ist.
Wie wählt man den richtigen Interim CFO aus?
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Aufgabe klar definieren
Vor der Suche muss klar sein: Geht es primär um Krisenmanagement, um Vakanzüberbrückung oder um ein strategisches Projekt? Je nach Schwerpunkt braucht man unterschiedliche Profile – ein Sanierungs-CFO ist ein anderer Mensch als ein M&A-CFO.
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Branchenerfahrung prüfen
Ein Interim CFO, der ausschließlich im Konzernumfeld gearbeitet hat, ist nicht automatisch der beste Kandidat für ein 50-Mann-Unternehmen im Maschinenbau. Mittelstandserfahrung ist kein Nice-to-have, sondern entscheidend – die Rahmenbedingungen, Ressourcen und Denkweisen unterscheiden sich fundamental.
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Referenzen und Track Record prüfen
Fragen Sie nach konkreten, messbaren Ergebnissen aus früheren Mandaten: Welche Liquiditätskrise wurde wie gelöst? Welcher M&A-Prozess wurde begleitet? Was war das Ergebnis? Gute Interim Manager können das präzise beantworten – ohne Floskeln.
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Persönliche Chemie nicht unterschätzen
Der Interim CFO arbeitet eng mit der Geschäftsführung zusammen, oft täglich. Wenn die Kommunikation zwischen beiden nicht stimmt, verliert das Mandat an Wirkung. Ein persönliches Gespräch – kein Telefoninterview – vor der Entscheidung ist Pflicht.
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Vertrag und Mandat präzise aufsetzen
Tagessatz, Laufzeit, Verlängerungsoption, Berichtspflichten, Entscheidungsbefugnisse und Exit-Regelung – alles muss vor dem Start klar sein. Ein guter Interim CFO wird selbst auf Klarheit bestehen. Unklare Mandate scheitern, nicht weil der Mensch falsch war, sondern weil die Aufgabe falsch formuliert war.
Kosten: Interim CFO vs. Festanstellung
Der direkte Kostenvergleich überrascht viele: Ein Interim CFO mit einem Tagessatz von 1.800 Euro und 16 Arbeitstagen pro Monat kostet 28.800 Euro monatlich – ohne Sozialabgaben, ohne Urlaubsanspruch, ohne Dienstwagen, ohne Recruiting-Kosten. Ein fest angestellter CFO mit einem Bruttojahresgehalt von 120.000 Euro kostet unter Berücksichtigung aller Nebenkosten (Arbeitgeberanteile, Boni, Benefit-Pakete, Dienstwagen) schnell 180.000 bis 220.000 Euro pro Jahr – also 15.000 bis 18.000 Euro monatlich.
Auf den ersten Blick ist der Interim CFO teurer. Auf den zweiten Blick nicht – denn dazu kommt beim Festangestellten: mehrere Monate Recruiting, sechs bis zwölf Monate bis zur Vollwirksamkeit, Abfindungsrisiko bei schlechtem Fit. Der Interim CFO ist in zwei Wochen da, in Woche fünf voll wirksam und geht ohne Abfindung, wenn das Mandat endet.
Für Mandate unter zwölf Monaten ist Interim in den meisten Fällen wirtschaftlich mindestens gleichwertig, oft günstiger – besonders wenn man den Wert der sofort verfügbaren Expertise und die vermiedenen Kosten einer Fehlbesetzung einrechnet.
Zusammenfassung
- Ein Interim CFO übernimmt operative Finanzverantwortung auf Zeit – mit Führungsmandat, nicht nur als Berater
- Typische Einsatzszenarien sind Vakanz, Restrukturierung, M&A-Vorbereitung und Digitalisierung der Finanzfunktion
- Kernleistungen: Liquiditätssteuerung, Reporting, Bankkommunikation, Investor Relations und strategische Finanzplanung
- Kosten sind bei Mandaten unter zwölf Monaten oft vergleichbar mit oder günstiger als eine Festanstellung
- Entscheidend bei der Auswahl: Mittelstandserfahrung, nachweisbare Ergebnisse und persönliche Passung zur Geschäftsführung
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Beratung anfragenHäufige Fragen
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich ein Interim CFO?
Wie lange dauert ein typisches Interim-CFO-Mandat?
Kann ein Interim CFO auch remote arbeiten?
Was ist der Unterschied zwischen einem Interim CFO und einem externen Controller?
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