Der Interim-Vertrag ist ein Dienstvertrag. Er muss Mandat, Tagessatz, Laufzeit, Kündigungsklauseln, Vertraulichkeit und eine klare Abgrenzung zum Arbeitsverhältnis enthalten. Alles, was fehlt, wird teuer.
Ein Interim-Vertrag ohne klare Mandatsbeschreibung und Kündigungsklausel ist kein Vertrag – er ist eine Einladung zum Streit.
Warum der Interim-Vertrag besondere Sorgfalt verdient
Was im Interim-Vertrag zwingend stehen muss
- Klare Mandatsbeschreibung: Aufgaben, Ziele, Ergebnisse – konkret und messbar, kein allgemeines Blabla
- Tagessatz und Abrechnungsmodalitäten: Wann wird wie abgerechnet? Wochenbericht als Voraussetzung für Rechnungsstellung?
- Laufzeit und Verlängerungsregelung: Festes Ende oder automatische Verlängerung? Unter welchen Bedingungen?
- Kündigungsklausel: Welche Frist gilt? Was passiert bei Nicht-Erfüllung des Mandats?
- Reise- und Nebenkosten: Pauschal oder Einzelabrechnung? Wer trägt Hotelkosten, Kilometergeld, Business-Class?
- Vertraulichkeit und NDA: Gilt NDA auch nach Mandatsende? Wie lange?
- Abgrenzung zum Arbeitsvertrag: Keine feste Arbeitszeit, kein Weisungsrecht, eigenverantwortliche Leistungserbringung
Schritt für Schritt: So prüfen Sie den Vertrag
-
Schritt 1: Mandatsbeschreibung lesen
Ist das Mandat so beschrieben, dass Sie heute und in drei Monaten wissen, ob es erfüllt wurde? Vage Formulierungen wie 'Unterstützung der Geschäftsführung' sind wertlos. Verlangen Sie konkrete Deliverables und Meilensteine.
-
Schritt 2: Tagessatz und Nebenkosten nachrechnen
Rechnen Sie den Gesamtpreis durch: Tagessatz × geplante Tage + Reisekosten + Nebenkosten. Gibt es eine Deckelung? Muss der Interim Manager Reisezeiten separat abrechnen?
-
Schritt 3: Kündigungsklausel prüfen
Wie lang ist die Kündigungsfrist? Können Sie bei Schlechtleistung kurzfristig kündigen? Was passiert bei Krankheit des Interim Managers über mehrere Wochen?
-
Schritt 4: Vertraulichkeitsklausel bewerten
Gilt das NDA auch für Konkurrenz-Unternehmen? Wie lange nach Mandatsende? Ist eine Vertragsstrafe für Verstöße vereinbart?
-
Schritt 5: Scheinarbeitsverhältnis-Check
Lesen Sie den Vertrag mit den Augen eines Betriebsprüfers: Stehen feste Arbeitszeiten drin? Ist von 'Weisungsrecht' die Rede? Alles, was nach Arbeitsverhältnis klingt, muss raus.
-
Schritt 6: Abnahme und Zahlung klären
Wer nimmt die Leistung ab? Welche Unterlagen (Stundennachweis, Wochenbericht) sind Voraussetzung für die Rechnungsstellung? Das schützt Sie vor Rechnungen ohne Gegenleistungsnachweis.
Fazit: Der Vertrag ist Ihre einzige Sicherheit
Sie wollen einen Interim-Vertrag prüfen lassen oder einen Mustervertrag entwickeln? Sprechen Sie mit uns.
Interim-Beratung anfragenHäufige Fragen
Was ist der wichtigste Punkt im Interim-Vertrag?
Wie gehe ich mit Reisekosten im Interim-Vertrag um?
Kann ich einen Interim Manager kurzfristig kündigen?
Was passiert, wenn der Interim Manager längere Zeit krank ist?
War dieser Artikel hilfreich?