Interim Management

Interim-Mandat gescheitert: Was jetzt zu tun ist

6 Min. Lesezeit
Kurze Antwort

Wenn ein Interim-Mandat scheitert: Zuerst Ursache analysieren, dann Mandat neu definieren oder sauber beenden, Übergabe sichern und ohne Schuldzuweisungen nach vorne schauen. Schnelles Handeln verhindert Folgeschäden.

Ein gescheitertes Interim-Mandat ist teuer – aber ein schlecht verwaltetes gescheitertes Mandat ist noch teurer. Die ersten 72 Stunden nach der Erkenntnis entscheiden über den Schaden.

Was Sie jetzt NICHT tun sollten

Keine öffentlichen Schuldzuweisungen an den Interim Manager oder das Team. Kein abrupter Abbruch ohne Übergabe. Keine voreiligen Kommunikationen nach außen. Und vor allem: keine Panikentscheidungen, die das Unternehmen in eine noch schwierigere Lage bringen.

Erst einordnen: Ist das Mandat wirklich gescheitert?

Sofortmaßnahmen: Die richtigen Schritte

  1. Schritt 1: Ursache analysieren (intern, 48 Stunden)

    War das Mandat von Anfang an unrealistisch? Hat der Interim Manager die falschen Entscheidungen getroffen? Hat das Unternehmen die notwendige Unterstützung nicht geliefert? Diese Frage muss ehrlich beantwortet werden – am besten mit einem neutralen Dritten.

  2. Schritt 2: Gespräch mit dem Interim Manager

    Offenes Gespräch: Was sieht der Interim Manager als Ursache? Was würde er anders machen? Kann das Mandat mit angepasstem Scope weitergeführt werden? Dieses Gespräch muss sachlich und ohne Vorwürfe geführt werden.

  3. Schritt 3: Entscheidung treffen – neu definieren oder beenden

    Entweder: Mandat mit neuem Ziel, neuer Laufzeit und angepassten Vollmachten neu aufsetzen. Oder: Mandatsende vereinbaren, Exit-Datum festlegen, Übergabe strukturieren. Beide Wege sind legitim – entscheidend ist Klarheit.

  4. Schritt 4: Übergabe strukturieren

    Was wurde erreicht? Was ist offen? Wer übernimmt welche Verantwortung? Welche Dokumentation existiert? Die Übergabe muss schriftlich erfolgen – auch wenn das Mandat nicht gut gelaufen ist.

  5. Schritt 5: Intern kommunizieren

    Das Team braucht eine klare, ruhige Botschaft: Was hat sich geändert, wer übernimmt, wie geht es weiter. Keine Details über den Konflikt. Keine negativen Aussagen über den Interim Manager.

Nächste Schritte für die Zeit danach

  • Lessons-Learned-Gespräch intern dokumentieren
  • Mandat-Vorbereitung für zukünftige Einsätze verbessern
  • Eventuelle Nachfolge-Lösung (intern oder neuer Interim) strukturiert planen
  • Rechtliche Aspekte prüfen: Dienstvertrag, Leistungsanforderungen, Abrechnung
  • Kommunikation nach außen (Kunden, Partner) koordinieren, falls nötig

Tipp: Früh eskalieren, nicht zu lange warten

Das Hauptproblem bei gescheiterten Mandaten ist, dass zu lange gewartet wird. Wer nach sechs Wochen merkt, dass es nicht läuft, und weitere acht Wochen hofft, verliert drei Monate. Frühes Handeln bei ersten Warnsignalen spart Zeit und Geld.

Wie Sie das nächste Mandat besser aufsetzen

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Häufige Fragen

Wie merke ich, dass ein Interim-Mandat wirklich gescheitert ist?
Klare Signale: Vereinbarte KPIs werden deutlich verfehlt, das Vertrauensverhältnis ist zerrüttet, der Interim Manager oder das Unternehmen zieht sich informell zurück. Unbehagen allein ist noch kein Scheitern.
Kann ich einen Interim Manager mitten im Mandat austauschen?
Ja – das ist rechtlich und praktisch möglich. Entscheidend ist, dass die Übergabe strukturiert erfolgt und die Ursache für den Austausch verstanden wurde, sonst wiederholt sich das Problem.
Wer trägt die Kosten bei einem gescheiterten Interim-Mandat?
Das hängt vom Dienstvertrag ab. Interim Manager werden in der Regel nach Tagessatz abgerechnet – erbrachte Leistungen werden bezahlt. Bei klaren Schlechtleistungen gibt es vertragliche Möglichkeiten, aber juristische Auseinandersetzungen sollten der letzte Ausweg sein.
Wie kommuniziere ich ein gescheitertes Mandat nach außen?
So wenig wie nötig, so klar wie nötig. Nach außen reicht: Die Zusammenarbeit wurde beendet, die Aufgaben werden intern weitergeführt. Kein öffentliches Urteil über den Interim Manager.

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