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10 Fragen, die Sie einer Webagentur stellen sollten, bevor Sie beauftragen

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Kurze Antwort

Portfolio mit echten Projekten prüfen, Referenzen direkt anrufen, Domain-Inhaberschaft klären und Quellcode-Übergabe schriftlich vereinbaren. Wer auf diese 10 Fragen klare Antworten gibt, ist seriös.

Wer die richtigen Fragen stellt, spart sich teure Enttäuschungen — und erkennt seriöse Agenturen schon im ersten Gespräch.

Die Agentur-Auswahl scheitert in der Praxis fast immer an denselben Fehlern. Der häufigste: Der Preis ist das einzige Kriterium. Günstige Angebote werden bevorzugt, ohne zu hinterfragen, was dafür geliefert wird — und was nicht. Was fehlt, wird später teuer nachgekauft: Pflege, Änderungen, Zugangsdaten, Erklärungen.

Der zweite Fehler: Fehlende Transparenz wird nicht hinterfragt. Viele Kunden übergehen Aussagen wie „Das läuft alles über uns“ oder „Mit dem technischen Kram müssen Sie sich nicht beschäftigen“. Das klingt nach Service — ist aber oft die Ankndigung einer Abhängigkeit.

Der dritte Fehler: Unklare Erwartungen auf beiden Seiten. Kein schriftliches Briefing, keine Abnahmekriterien, keine Regelung für Änderungen nach Launch. Daraus entstehen Streit, Nachforderungen und Projekte, die nie wirklich abgeschlossen werden.

Das Gegenmittel ist einfach: konkrete Fragen stellen, bevor irgendetwas unterschrieben wird. Die folgenden 10 Fragen decken die kritischsten Punkte ab. Eine seriöse Agentur beantwortet alle ohne Zögern und mit klaren Aussagen — keine Ausweichmanver, keine vagen Versprechen.

  1. 1. Wem gehört der Quellcode nach Projektabschluss?

    Die wichtigste Frage überhaupt. Eine seriöse Agentur antwortet klar: Mit vollständiger Zahlung gehen alle Rechte an Code, Design und Inhalten auf Sie über. Weicht die Agentur aus, bietet nur eine Nutzungslizenz an oder erwähnt „hausinternes Know-how“, ist Vorsicht geboten.

  2. 2. Welches CMS wird eingesetzt und warum?

    WordPress, Typo3, Joomla, Contao — oder ein Eigenentwicklung? Eigenentwicklungen sind nicht per se schlecht, aber sie erzeugen Abhängigkeit. Fragen Sie nach: Gibt es Exportfunktionen? Können andere Agenturen damit arbeiten? Wie sieht die Langzeitpflege aus?

  3. 3. Erhalte ich alle Zugangsdaten vollständig?

    Fragen Sie konkret: Hosting-Panel, FTP/SSH, Datenbank, CMS-Admin, Domain-Registrar. Eine seriöse Agentur dokumentiert alle Zugangsdaten und übergibt sie bei Projektabschluss. Wer das als ungewhnliche Forderung bezeichnet, hat ein Problem mit Transparenz.

  4. 4. Wie läuft die Projektübergabe ab?

    Was wird konkret übergeben? Quellcode, Dokumentation, Schulung, Zugangsdaten? Gibt es eine Abnahme? Was ist die Reaktionszeit bei Fehlern nach Launch? Eine klare Antwort zeigt, dass die Agentur professionelle Prozesse hat — keine Antwort zeigt das Gegenteil.

  5. 5. Wer ist mein fixer Ansprechpartner?

    Erfahren Sie, ob Sie mit einem Projektleiter kommunizieren oder jedes Mal eine andere Person anschreiben. Fehlender Ansprechpartner bedeutet Informationsverlust, Fehler durch mangelnde Kontinuität und Frust bei jeder Änderungsanfrage.

  6. 6. Wie werden Änderungen nach Launch berechnet?

    Fragen Sie nach dem Stundensatz für Nachbearbeitung, ob es ein Pflege-Paket gibt und was als „Fehler“ kostenlos behoben wird gegenber kostenpflichtigen Änderungswünschen. Keine Antwort hier bedeutet später Überraschungsrechnungen.

  7. 7. Haben Sie Referenzen in meiner Branche?

    Referenzprojekte sind wichtig — aber wichtiger sind die Referenzkunden dahinter. Fragen Sie, ob Sie einen Referenzkunden direkt kontaktieren dürfen. Agenturen, die das verweigern, haben entweder keine echten Referenzen oder Kundenzufriedenheit, über die sie lieber nicht reden.

  8. 8. Wie gehen Sie mit DSGVO und Impressumspflicht um?

    Wer das als unwichtig abtut oder an einen externen Anwalt verweist, ohne selbst eine Antwort zu haben, liefert Ihnen möglicherweise eine Website, die von Anfang an nicht gesetzeskonform ist. Fragen Sie konkret nach: Cookie-Einwilligung, Google Fonts lokal, Datenschutzerklärung, Impressum nach aktuellem DDG.

  9. 9. Wie lange dauert das Projekt realistisch?

    Lassen Sie sich einen verbindlichen Zeitplan mit Meilensteinen geben. Pauschale Versprechen wie „in 2 Wochen fertig“ bei komplexen Projekten sind unrealistisch. Seriöse Agenturen nennen realistische Zeitrahmen — auch wenn sie länger klingen als gewünscht.

  10. 10. Was passiert, wenn Sie als Agentur wegfallen?

    Insolvenz, Geschäftsaufgabe, Teamwechsel — was dann? Eine gute Agentur hat eine Antwort: dokumentierter Code, übertragbare Zugangsdaten, standardisierte Systeme. Wer diese Frage als absurd bezeichnet, lebt im Risiko — und Sie mit.

  • Kein schriftlicher Vertrag oder nur ein halbseitiges Dokument ohne Details
  • Keine klare Antwort auf die Quellcode-Frage oder Ausweichmanver
  • Preis deutlich unter Marktniveau ohne erklärten Grund
  • Druck bei der Entscheidung: „Angebot gilt nur diese Woche“
  • Keine eigenen Referenzen — nur Stock-Fotos als Beispielprojekte
  • Kein fixer Ansprechpartner, wechselnde Kommunikation
  • Ablehnung der Referenzkunden-Kontaktaufnahme
  • Vage oder fehlerhafte Aussagen zu DSGVO und Impressum
  • Eigenentwicklung als CMS ohne Export-Funktion oder Dokumentation
  • Hostingvertrag läuft auf die Agentur, nicht auf Sie
Die häufigste Falle: Der günstigste Anbieter wird beauftragt — weil das Angebot am überzeugendsten aussieht. Was dabei übersehen wird: Niedrige Einstiegspreise werden durch teure Stundensätze nach Launch, mangelnde Dokumentation, fehlende Zugangsdaten und nötigen Neustart bei einem späteren Wechsel vielfach ausgeglichen. Kalkulieren Sie immer die Gesamtkosten über 3 Jahre — nicht nur den Projektpreis.
Referenzprojekte nicht nur ansehen — rufen Sie Referenzkunden direkt an. Fragen Sie: War die Agentur pünktlich? Haben Sie alle Zugangsdaten bekommen? Würden Sie wieder beauftragen? Echte Antworten echter Kunden sagen mehr als jede Portfolio-Seite.

Ein guter Webagentur-Vertrag regelt mindestens folgende Punkte:

Leistungsumfang: Klar definiert — was genau wird geliefert, in welcher Form, bis wann? Keine vagen Formulierungen wie „professionelle Website“, sondern konkrete Seitenanzahl, Funktionen und Sprachen.

Eigentumsrechte: Mit vollständiger Bezahlung gehen alle Urheberrechte an Code, Design und Inhalten vollständig auf den Auftraggeber über. Nicht nur eine einfache Nutzungslizenz.

Abnahme und Gewährleistung: Klare Abnahmekriterien, Reaktionszeit bei Fehlern nach Launch (mindestens 6 Monate Gewährleistung auf wesentliche Funktionen), Unterschied zwischen Fehler und Änderungswunsch.

Zugangsdaten-Pflicht: Vollständige Übergabe aller Zugangsdaten bei Projektabschluss, spätestens bei Vertragsende. Verweigerung berechtigt zur Einbehaltung der Schlusszahlung.

Datenschutz: Die Agentur ist verantwortlich für eine DSGVO-konforme Umsetzung zum Zeitpunkt der Lieferung. Spätere Gesetzesanpassungen sind separat zu beauftragen — aber der Ausgangszustand muss rechtskonform sein.

Kündigungsklausel: Was passiert bei vorzeitiger Kündigung — durch Sie oder die Agentur? Welche Leistungen sind abzugelten, was wird wie übergeben?

Zusammenfassung
  • 10 Fragen decken die kritischsten Punkte ab: Quellcode, CMS, Zugangsdaten, Übergabe, Ansprechpartner, Änderungskosten, Referenzen, DSGVO, Zeitplan, Ausfall
  • Red Flags: kein Vertrag, kein Quellcode-Recht, Druck, keine Referenzen, Agentur-Hosting
  • Günstigster Anbieter ist langfristig oft der teuerste — Gesamtkosten über 3 Jahre kalkulieren
  • Referenzkunden direkt anrufen — echte Aussagen sind wertvoller als Portfolio-Seiten
  • Vertrag muss Leistung, Eigentumsrechte, Zugangsdaten, Abnahme und Datenschutz regeln

Sie möchten eine Webagentur beauftragen und wollen sichergehen, dass Sie die richtigen Fragen stellen und einen wasserdichten Vertrag bekommen? Wir beraten Sie konkret und unabhängig.

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Häufige Fragen

Wem gehört der Quellcode meiner Website?
Ohne ausdrückliche vertragliche Vereinbarung verbleibt das Urheberrecht beim Ersteller, also der Agentur. Sie sollten immer schriftlich vereinbaren, dass alle Rechte mit Abschlusszahlung vollständig auf Sie übergehen — inklusive Code, Design und Grafiken.
Was sind Red Flags bei einer Webagentur?
Keine Referenzen, kein Festpreis, kein schriftlicher Vertrag, Druck bei der Entscheidung, vage Aussagen zu Zugangsdaten und Eigentumsrechten — und vor allem: keine klare Antwort auf die Frage, wem der Quellcode nach Projektabschluss gehört.
Wie lange dauert ein realistisches Webprojekt?
Eine einfache Unternehmenswebsite braucht 4–8 Wochen, ein größeres Projekt mit Shop oder speziellen Funktionen 3–6 Monate. Agenturen, die Ihnen ein komplexes Projekt in 2 Wochen versprechen, wecken berechtigte Zweifel an der Qualität.
Was passiert mit meiner Website, wenn die Agentur insolvent geht?
Ohne eigene Zugangsdaten, eigenen Hosting-Vertrag und Quellcode-Besitz verlieren Sie möglicherweise alles. Regeln Sie vertraglich, dass im Insolvenzfall alle Daten und Zugangsdaten sofort an Sie übergehen — und halten Sie selbst regelmäßige Backups vor.

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