Warum Ihre Domain Ihnen gehören muss — und wie Sie das sicherstellen
Kurz gesagt
Ihre Domain ist das digitale Fundament Ihres Unternehmens. Sie muss auf Ihren Firmennamen registriert sein, Sie brauchen vollen Zugang zum Registrar-Account, und DNS-Einstellungen müssen dokumentiert sein. Ist eine Agentur als Inhaber eingetragen, besteht ein reales Abhängigkeitsrisiko — bis hin zum Verlust der Domain im Streitfall.
Das unterschätzte Risiko: Wem gehört Ihre Domain wirklich?
Eine Agentur registriert die Domain auf den eigenen Namen. Der Auftraggeber zahlt die Rechnungen, nutzt die Website — besitzt die Domain aber nicht wirklich. Wird die Agentur insolvent, gerät sie in Streit oder ist sie schlicht nicht erreichbar, kann der Zugriff verloren gehen. Das ist kein theoretisches Szenario: Es passiert regelmäßig im Mittelstand, besonders bei Agenturwechseln oder Projektenden.
Eine Domain, die jahrelang in Suchmaschinen aufgebaut wurde, verliert ihren Rankingwert nicht durch einen Domain-Wechsel — sie verliert ihn sofort. Neue Domains beginnen bei null. Ein erzwungener Domain-Wechsel ist für viele mittelständische Unternehmen ein mehrjähriger Rückschritt im Online-Marketing. INREMA prüft bei jedem Projektstart den Domain-Inhaberstatus und dokumentiert alle Zugangsdaten vollständig beim Kunden — nicht bei uns.
Checkliste: Was Sie über Ihre Domain wissen müssen
- Domain auf Firmennamen registriert: Kein Dritter steht als Inhaber beim Registrar
- Registrar-Account selbst zugänglich: Login-Daten liegen beim Unternehmen, nicht nur bei der Agentur
- DNS-Einstellungen einsehbar: A-, MX-, CNAME- und TXT-Records jederzeit abrufbar
- AuthCode (EPP-Code) bekannt: für einen Domain-Transfer im Notfall sofort verfügbar
- SSL-Zertifikat dokumentiert: Ablaufdatum bekannt, Erneuerung automatisiert oder terminiert
- Nameserver notiert: Welcher DNS-Provider ist aktiv, und warum?
- Subdomain-Übersicht vorhanden: alle genutzten Subdomains sind bekannt und dokumentiert
- Jährliche Domaingebühr selbst bezahlt: keine Abhängigkeit von Agenturrechnungen für Verlängerungen
Wenn die Agentur die Domain hält
Wenn Ihre Agentur die Domain auf ihren Namen registriert hat, gehört Ihnen die Domain rechtlich nicht. Ein Praxisfall aus dem Mittelstand: Ein Handwerksbetrieb in NRW verlor nach einem Streit mit seiner Agentur den Zugang zu seiner seit acht Jahren genutzten Domain — inklusive aller Google-Rankings und der gesamten E-Mail-Kommunikation. Der Rechtsstreit dauerte neun Monate. Prüfen Sie das jetzt, nicht erst wenn Sie die Agentur wechseln wollen.
Domain-Kontrolle sicherstellen: Schritt für Schritt
1. Whois-Abfrage durchführen: Bei Denic (denic.de/whois für .de-Domains) prüfen, wer als Inhaber eingetragen ist. Steht dort die Agentur statt Ihres Unternehmens, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. 2. Registrar-Zugang schriftlich anfordern: mit Lesebestätigung oder per Brief, dokumentiert und mit einer Frist von 14 Tagen. Eine seriöse Agentur übergibt diese Daten ohne Diskussion. 3. AuthCode für den Domain-Transfer anfordern: Damit lässt sich die Domain auf den eigenen Registrar-Account übertragen — der Prozess dauert in der Regel zwei bis fünf Werktage. 4. Domain-Inhaber offiziell ändern lassen: Alternativ zum Transfer kann der Registrar einen Inhaberwechsel durchführen, ohne die DNS-Konfiguration anzutasten. Beide Parteien müssen zustimmen. 5. Künftige Domains immer selbst registrieren: direkt beim Registrar, nicht über die Agentur. Die Agentur erhält nur die DNS-Zugangsdaten, die sie für die technische Konfiguration braucht. 6. Dokumentation anlegen und aktuell halten: eine Tabelle mit allen Domains, Registrar, Login, Ablaufdatum und Ansprechpartner — nicht nur im Kopf einer einzelnen Person.
Was immer dem Unternehmen gehören muss
- Domain-Inhaberschaft: Registrar-Account auf Firmennamen, nicht auf die Agentur
- Hosting-Vertrag: direkt mit dem Hoster, nicht als Untermieter der Agentur
- Google Search Console: Firmen-E-Mail als Eigentümer eingetragen
- Google Analytics: Firmen-Account als Admin, Agentur nur mit Bearbeitungsrechten
- Social-Media-Profile: Firmen-E-Mail als Hauptkonto, Agentur als Manager eingeladen
- SSL-Zertifikat: dokumentiert, wer es ausstellt und wer es erneuert
- E-Mail-Server: MX-Records und Mailserver-Zugangsdaten beim Unternehmen bekannt
- Backup-Zugänge: für jeden kritischen Dienst ein zweiter Admin aus dem Unternehmen