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Website-Launch-Checkliste — was vor dem Go-Live wirklich geprüft werden muss

Kurz gesagt

Eine vollständige Launch-Checkliste umfasst technische Prüfungen wie SSL, Redirects, robots.txt und Ladezeit, rechtliche Pflichten wie Impressum, Datenschutz und Cookie-Banner sowie inhaltliche Qualität wie Meta-Daten und Überschriftenstruktur. Erst wenn alle Punkte abgehakt sind, ist eine Website wirklich live-ready — der Launch ist zudem der Beginn des Monitorings, nicht dessen Ende.

Warum viele Launch-Checklisten zu kurz greifen

Die typische Launch-Checkliste vieler Entwickler endet bei: Domain zeigt auf Server, Website lädt, Formulare funktionieren. Das ist ein gefährlicher Minimalismus. Was auf den ersten Blick funktioniert, kann technisch, rechtlich oder inhaltlich noch erhebliche Lücken haben — Lücken, die erst nach dem Launch auffallen, wenn echte Besucher kommen, Google crawlt oder ein Abmahnanwalt die Seite aufruft. Rechtliche Fallstricke wie ein fehlendes oder unvollständiges Impressum nach §5 DDG, ein nicht DSGVO-konformer Cookie-Banner oder fehlende Bildlizenzen können kostspielige Abmahnungen nach sich ziehen. Technische Probleme wie fehlende SSL-Konfiguration, eine nicht entsperrte robots.txt oder fehlende 404-Seiten beschädigen sowohl das Nutzererlebnis als auch die SEO-Performance.

Technische Checks vor dem Launch

  • SSL-Zertifikat aktiv: HTTPS korrekt konfiguriert, kein gemischter Content (Mixed Content)
  • 301-Weiterleitungen geprüft: Alle alten URLs leiten korrekt auf neue Zieladressen um, keine Redirect-Chains
  • robots.txt korrekt: Staging-Sperre entfernt, produktionsreife Konfiguration aktiv
  • XML-Sitemap vorhanden: korrekt generiert, bei Google Search Console eingereicht
  • 404-Fehlerseite eingerichtet: eigene, markengerechte Seite mit Navigationsmöglichkeit
  • Ladezeit optimiert: Core Web Vitals geprüft — LCP unter 2,5 s, CLS unter 0,1, INP unter 200 ms
  • Mobile Darstellung getestet: auf echten iOS- und Android-Geräten, nicht nur im Browser-Simulator
  • Formulare funktionsfähig: alle Kontaktformulare, Anmeldemasken und Bestätigungs-E-Mails getestet
  • Tracking aktiv: korrekt konfiguriert und Daten werden empfangen
  • Keine Konsolenfehler: Browser-Konsole auf JavaScript-Fehler geprüft, keine 404-Requests auf Assets
  • Kanonische URLs gesetzt: kein Duplicate Content durch www/non-www oder HTTP/HTTPS-Varianten
  • Strukturierte Daten validiert: Schema.org-Markup mit Google Rich Results Test geprüft

Rechtliche und inhaltliche Checks

  • Impressum vollständig: alle Pflichtangaben nach §5 DDG vorhanden — Name, Anschrift, Kontakt, ggf. Handelsregisternummer
  • Datenschutzerklärung aktuell: DSGVO-konform, alle eingesetzten Tools und Drittdienste erwähnt
  • Cookie-Banner konfiguriert: nur technisch notwendige Cookies ohne Zustimmung, Opt-in für alle anderen
  • Bildlizenzen gesichert: für jedes verwendete Bild liegt eine gültige Lizenz vor
  • Alt-Texte vollständig: alle informativen Bilder haben beschreibende Alt-Attribute
  • Meta-Daten gesetzt: Title und Description für alle wichtigen Seiten individuell und suchmaschinenoptimiert
  • Überschriftenhierarchie korrekt: genau ein H1 pro Seite, logische H2/H3-Struktur
  • Inhalte freigegeben: alle Texte geprüft und freigegeben
  • Google Fonts lokal: keine externen Requests an Google-Server, Schriften lokal gehostet (DSGVO)

Die letzten 24 Stunden vor dem Launch

1. Staging-System vollständig durchklicken: jede Seite, jeder Link, jedes Formular manuell aufrufen und prüfen — kein automatisiertes Tool ersetzt den menschlichen Durchlauf, idealerweise mit zwei unabhängigen Personen. 2. DNS-TTL im Voraus reduzieren: Bei einem Domainumzug die TTL der DNS-Einträge mindestens 24 Stunden vor dem Switchover auf 300 Sekunden reduzieren — so verbreitet sich die neue IP-Adresse innerhalb weniger Minuten statt Stunden. 3. Analytics und Conversion-Tracking final prüfen: Im Echtzeit-Bericht gezielt durch die Website navigieren — werden Seitenaufrufe und Formular-Conversions erfasst? 4. Backup der alten Website sichern: vollständige Datensicherung von Dateien und Datenbank auf einem separaten Server, damit im Notfall innerhalb von Minuten zurückgewechselt werden kann. 5. Launch-Zeitpunkt strategisch wählen: idealerweise Dienstag bis Donnerstag vormittags, damit das Team im Notfall zur Verfügung steht und Fehler schnell erkannt werden.

Die robots.txt des Staging-Systems enthält oft eine Sperre für Suchmaschinen. Wird diese Datei unverändert auf den Live-Server übertragen, indexiert Google die gesamte Website nicht — dieser Fehler bleibt oft tagelang unbemerkt, bis der Traffic ausbleibt. Ohne eine live-nahe Staging-Umgebung mit korrekter SSL-Konfiguration, echter Datenbankanbindung und gesperrter Indexierung gibt es kein seriöses Testing.

Was nach dem Launch geprüft werden muss

Der Launch ist nicht das Ende, sondern der Beginn des Monitorings. Am ersten Tag sollten folgende Punkte aktiv geprüft werden: Sind alle Seiten mit korrektem HTTP-Status erreichbar? Erfasst Analytics Daten? Sind die DNS-Einträge weltweit konsistent propagiert? Gibt es 404-Fehler in der Google Search Console oder im Server-Log?

In der ersten Woche nach dem Launch empfiehlt sich ein täglicher Blick auf die Search Console — insbesondere auf Crawl-Fehler, Index-Abdeckung und die Verarbeitung der Sitemap. Werden neue URLs gecrawlt und indexiert, ist das ein gutes Zeichen; tauchen Fehlermeldungen auf, muss sofort reagiert werden, bevor Rankings einbrechen. Zusätzlich sollten Ladezeiten unter realen Bedingungen gemessen werden, nicht nur im Labor — Abweichungen vom Staging-Ergebnis können auf Konfigurations- oder Caching-Probleme hinweisen.

Häufige Fragen

Was ist der häufigste Fehler unmittelbar nach dem Launch?
Die gesperrte robots.txt vom Staging-System wird auf den Live-Server übertragen, damit ist die Website für Suchmaschinen unsichtbar, oft tagelang unbemerkt.
Muss ich für jeden verwendeten Font eine Lizenz prüfen?
Ja. Google Fonts extern einzubinden ist zudem datenschutzrechtlich problematisch — Fonts sollten immer lokal gehostet werden.
Wie lange vor dem Launch sollte ich mit der Checkliste beginnen?
Spätestens zwei Wochen vorher; Punkte wie DNS-TTL-Reduktion, Redirect-Prüfung und rechtliche Freigaben brauchen Vorlaufzeit.
Brauche ich eine Staging-Umgebung für jede Website?
Ja, auch für kleinere Projekte — sie verhindert, dass Fehler erstmals auf der Live-Website entdeckt werden.