Datenschutz & Compliance

Matomo DSGVO-konform einrichten: Worauf es ankommt

Kurz gesagt

IP-Anonymisierung aktivieren, Do-Not-Track respektieren und Cookies deaktivieren — im cookielosen Betrieb auf eigenem Server ist Matomo die datenschutzrechtlich sauberste Tracking-Lösung für Unternehmenswebsites.

Warum Selbst-Hosting den Unterschied macht

Matomo läuft, anders als Google Analytics, auf dem eigenen Server — alle Daten bleiben in eigener Hand, es gibt keine Weitergabe an Dritte und keinen Datentransfer in die USA. Drei Varianten stehen zur Wahl: Matomo On-Premise, auf eigenem Server, Open Source, kostenlos bis auf die Hosting-Kosten, mit maximaler Kontrolle. Matomo Cloud, bei Matomo Ltd. in der EU gehostet, ebenfalls DSGVO-konform, kostenpflichtig ab rund 23 Euro im Monat, ohne eigenen Serveraufwand. Matomo für WordPress, als Plugin installiert, die einfachste Variante mit Datenspeicherung in der eigenen WordPress-Datenbank, aber eingeschränktem Funktionsumfang gegenüber der Vollinstallation.

Die Einrichtung Schritt für Schritt

  • Installation: Serveranforderungen prüfen (PHP 7.2 oder höher, MySQL 5.5 oder höher), Matomo-Archiv hochladen, Installer aufrufen, Datenbankverbindung konfigurieren.
  • Basis-Konfiguration: Website in Matomo anlegen, Zeitzone und Währung einstellen, Admin-Account absichern.
  • IP-Anonymisierung aktivieren: unter Verwaltung → Datenschutz → Anonymisierung der Besucher, mindestens die ersten zwei Oktette — die wichtigste Einstellung überhaupt.
  • Do-Not-Track respektieren: unter Verwaltung → Datenschutz aktivieren, damit Besucher mit entsprechender Browsereinstellung nicht erfasst werden.
  • Cookies deaktivieren: unter Verwaltung → Datenschutz → Cookieless Tracking — damit entfällt die Notwendigkeit einer Einwilligung vollständig.
  • Tracking-Code einbinden: Code aus Matomo kopieren, in den Header aller Seiten einbinden, direkt oder über ein CMS-Plugin.
  • Datenschutzerklärung aktualisieren: Matomo als Analyse-Tool benennen, erhobene Daten beschreiben, beim cookielosen Betrieb ausdrücklich darauf hinweisen, dass keine Cookies gesetzt werden.
  • Opt-Out-Widget einbinden: nur nötig bei aktivierten Cookies, über das Matomo-Opt-Out-iFrame auf der Datenschutzseite.
  • Aufbewahrungszeit konfigurieren: unter Verwaltung → Datenschutz die Löschung alter Besucher-Logs festlegen — sechs bis zwölf Monate gelten als angemessen.

Was sich ändert, wenn Cookies aktiv bleiben

Wird Matomo mit aktiven Cookies betrieben, bleibt die Cookie-Einwilligung erforderlich — genau wie bei Google Analytics. Der Vorteil liegt dann allein in der Datenhaltung auf dem eigenen Server. Cookieloses Matomo benötigt dagegen keine Einwilligung, liefert aber etwas weniger präzise Nutzerpfade über mehrere Besuche hinweg. Für die meisten praktischen Auswertungen — Seitenaufrufe, Traffic-Quellen, Absprungrate — sind die Daten trotzdem ausreichend genau.

Matomo im Vergleich zu Google Analytics

Beim Wechsel entfallen die direkte Google-Ads-Integration, auf Google-Daten basierende Demografie-Berichte und automatische Benchmarks gegen andere Websites. Dafür stehen vollständige Datenkontrolle, kein US-Datentransfer, cookieloser Betrieb sowie — über kostenpflichtige Zusatzmodule — Conversion-Trichter, Heatmaps und Session-Recordings zur Verfügung. Für die meisten Unternehmenswebsites deckt Matomo alle relevanten Analyse-Anforderungen vollständig ab.

Häufige Fragen

Braucht Matomo einen Cookie-Banner?
Im cookielosen Modus nicht; wird mit Cookies betrieben, gelten dieselben Einwilligungsregeln wie bei Google Analytics.
Was kostet Matomo?
On-Premise ist als Software kostenlos, es fallen nur Hosting-Kosten an; die Cloud-Variante ist kostenpflichtig.
Kann Matomo neben Google Analytics laufen?
Technisch ja, datenschutzrechtlich müssen dann beide Tools in Erklärung und Cookie-Banner erfasst sein; für eine Übergangsphase ist das vertretbar.