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Domain-Transfer durchführen: Was dabei schiefgehen kann

Kurz gesagt

Ein Domain-Transfer braucht den AuthCode beim aktuellen Registrar, eine deaktivierte Transfersperre und eine erreichbare WHOIS-E-Mail-Adresse. Die häufigsten Fehler sind eine vergessene Transfersperre, ein abgelaufener AuthCode oder falsch gesetzte DNS-Einträge beim neuen Registrar. Planen Sie 5–7 Werktage und einen ruhigen Zeitraum ohne parallele Kampagnen ein.

Warum ein Domain-Transfer sinnvoll ist

Ein Domain-Transfer bezeichnet den Wechsel Ihrer Domain von einem Registrar zu einem anderen. Gründe dafür sind unterschiedlich: günstigere Konditionen, besserer Support, eine einheitliche Verwaltung aller Domains bei einem Anbieter oder überlegene DNS-Verwaltung mit DNSSEC-Support und schnelleren Propagationszeiten. Häufig ist der Transfer auch Teil einer Agentur-Trennung, wenn die Domain bislang beim alten Dienstleister lag.

Wichtig: Ein Domain-Transfer ist nicht dasselbe wie ein Inhaberwechsel (auch „Owner-Change" oder „Trade" genannt). Der Transfer wechselt den Registrar, nicht unbedingt den Inhaber. Beide Vorgänge können kombiniert nötig sein – etwa nach einer Unternehmensübernahme oder beim Trennen von einer Agentur, die die Domain auf ihren eigenen Namen registriert hatte.

Was Sie vorher brauchen

  • AuthCode (EPP-Code) beim aktuellen Registrar anfordern – läuft nach 30 Tagen ab
  • Transfersperre (Transfer-Lock) im aktuellen Registrar-Panel deaktivieren
  • WHOIS-Inhaberdaten prüfen: Name, Adresse und vor allem die hinterlegte E-Mail-Adresse müssen korrekt sein
  • E-Mail-Postfach der WHOIS-Inhaber-Adresse muss aktiv und abrufbar sein – hier kommen Bestätigungsanfragen an
  • 60-Tage-Regel beachten: Transfer nicht innerhalb von 60 Tagen nach Erstregistrierung oder letztem Inhaberwechsel möglich (.com/.net/.org)
  • Laufzeit prüfen: Der Transfer verlängert die Domain in der Regel um ein Jahr (kostenpflichtig beim neuen Registrar)
  • DNS-Einträge dokumentieren: alle A-Records, MX-Records, CNAME, TXT und SPF vor dem Transfer notieren

Der Transfer in sieben Schritten

  • AuthCode beim aktuellen Registrar anfordern: Im Kunden-Panel den AuthCode (auch EPP-Code) beantragen; er wird an die WHOIS-Inhaber-E-Mail-Adresse gesendet. Vorher prüfen, ob diese Adresse aktiv ist.
  • Transfersperre deaktivieren: Domains sind standardmäßig gesperrt. Ohne diesen Schritt wird der Transfer automatisch abgelehnt – und Sie merken es oft erst Tage später.
  • Transfer beim neuen Registrar anstoßen: Domain und AuthCode im Kunden-Panel des neuen Registrars eingeben. Dieser prüft die Daten und startet den offiziellen Transfer bei der zuständigen Vergabestelle (DENIC für .de, ICANN für .com).
  • E-Mail-Bestätigung durchführen: An die WHOIS-Inhaber-Adresse geht eine Bestätigungsanfrage; bei manchen Registraren muss auch der bisherige Anbieter zustimmen. Viele Anfragen laufen nach 5–7 Tagen automatisch ab.
  • DNS-Einträge prüfen: Nach dem Transfer müssen A-Records, MX-Records und TXT-Records (SPF, DKIM, Verifikationen) beim neuen Registrar korrekt gesetzt sein. Fehler hier führen zu Website-Ausfall oder E-Mail-Unterbrechungen.
  • Transfer-Status überwachen: Der Transfer dauert je nach Endung 5–7 Werktage. In dieser Zeit für E-Mail-Bestätigungen erreichbar bleiben und keine weiteren Änderungen an DNS oder Hosting vornehmen.
  • Nach dem Transfer prüfen: Website-Aufruf, E-Mail-Empfang und -Versand testen, SSL-Zertifikate und Subdomains kontrollieren und das neue Ablaufdatum notieren.

Häufigste Fehlerquellen

Die größten Stolperfallen: eine vergessene Transfersperre, die den Transfer sofort ablehnt, oft erst nach Tagen sichtbar; ein abgelaufener AuthCode, der meist nur 30 Tage gültig ist; eine nicht erreichbare WHOIS-E-Mail, sodass die Bestätigung nie ankommt und der Transfer verfällt; eine kurzzeitig offline Website durch falsch eingetragene DNS-Server beim neuen Registrar; und ein E-Mail-Ausfall durch fehlende MX-Record-Übertragung – besonders kritisch für die geschäftliche E-Mail-Kommunikation. Starten Sie einen Domain-Transfer nie kurz vor einer SSL-Zertifikat-Verlängerung, einem Website-Relaunch oder einer größeren Kampagne. Ein ruhiger Zeitraum mit zwei Wochen Puffer lässt genug Zeit, Probleme ohne Druck zu beheben.

Unterschiede nach Domain-Endung

Nicht alle Domain-Endungen funktionieren gleich. Bei .de-Domains ist die DENIC zuständig; Transfers nach dem DENIC-KK-Verfahren sind in der Regel innerhalb von 1–3 Werktagen abgeschlossen, sofern beide Registrare DENIC-Mitglieder sind. Eine feste 60-Tage-Sperre gibt es bei .de nicht per se, manche Registrare setzen aber eigene Sperren nach einem Inhaberwechsel. Bei .com und .net gilt die ICANN-Regel: 60 Tage Sperrfrist nach Erstregistrierung oder letztem Inhaberwechsel, der Transfer dauert bis zu 7 Tage und erfordert aktive Bestätigungen beider Parteien; der bisherige Registrar kann den Transfer innerhalb von 5 Tagen ablehnen oder bestätigen. Bei .eu-Domains ist EURid die Vergabestelle; Transfers sind nur zwischen akkreditierten Registraren möglich, dauern in der Regel bis zu 7 Werktage und erfordern ebenfalls eine E-Mail-Bestätigung. Inhaberwechsel müssen bei .eu separat über das EURid-Portal beantragt werden.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Domain-Transfer?
Bei .de meist 5–7 Werktage, bei .com/.net und .eu bis zu 7 Tage, vorausgesetzt AuthCode und Bestätigungen liegen rechtzeitig vor.
Was ist der AuthCode und wo bekomme ich ihn?
Ein Sicherheitsschlüssel, den der aktuelle Registrar im Kunden-Login oder per E-Mail an die Inhaber-Adresse ausstellt; ohne ihn ist kein Transfer möglich.
Ist meine Website während des Transfers offline?
Nein, solange die DNS-Einträge korrekt bleiben; Probleme entstehen nur, wenn beim neuen Registrar andere DNS-Server eingetragen werden, bevor die Zone dort vollständig repliziert ist.
Was ist die 60-Tage-Regel?
ICANN schreibt vor, dass eine Domain frühestens 60 Tage nach Erstregistrierung oder letztem Inhaberwechsel transferiert werden kann; das betrifft vor allem .com, .net und .org, bei .de gelten abweichende DENIC-Regeln.