Interim-Mandat gescheitert: Was jetzt zu tun ist
Kurz gesagt
Wenn ein Interim-Mandat scheitert, zählen die ersten 72 Stunden nach der Erkenntnis: zuerst die Ursache analysieren, dann das Mandat neu definieren oder sauber beenden, die Übergabe sichern und ohne Schuldzuweisungen nach vorne schauen. Schnelles Handeln verhindert Folgeschäden.
Was jetzt nicht getan werden sollte
Keine öffentlichen Schuldzuweisungen an den Interim Manager oder das Team. Kein abrupter Abbruch ohne Übergabe. Keine voreiligen Kommunikationen nach außen. Und vor allem: keine Panikentscheidungen, die das Unternehmen in eine noch schwierigere Lage bringen.
Erst einordnen: Ist das Mandat wirklich gescheitert?
Bevor gehandelt wird, braucht es eine nüchterne Einordnung. Ist das Mandat gescheitert – oder nur ins Stocken geraten? Gibt es messbare Abweichungen von vereinbarten KPIs, oder handelt es sich um Unbehagen und Meinungsverschiedenheiten? Ein stockendes Mandat lässt sich neu justieren. Ein wirklich gescheitertes Mandat – weil Ziele verfehlt wurden, das Vertrauensverhältnis zerstört ist oder der Scope grundlegend falsch war – braucht einen sauberen Schnitt.
Sofortmaßnahmen: die richtigen Schritte
1. Ursache analysieren, intern, innerhalb von 48 Stunden: Woran liegt es konkret – am Mandat, am Kandidaten oder an den Rahmenbedingungen im Unternehmen? Nur eine ehrliche Ursachenanalyse führt zur richtigen Entscheidung. 2. Gespräch mit dem Interim Manager führen: Die Einschätzung der zweiten Seite gehört zur Ursachenanalyse dazu – oft zeigt sich hier, ob es an fehlenden Vollmachten, unklaren Zielen oder tatsächlich an der Leistung lag. 3. Entscheidung treffen: neu definieren oder beenden: Basierend auf der Ursache klar entscheiden, ob das Mandat mit angepasstem Scope fortgeführt oder beendet wird. 4. Übergabe strukturieren: Auch bei einem Abbruch muss dokumentiert werden, was erreicht wurde und was offen ist – ein Mandat ohne geordnete Übergabe hinterlässt doppelten Schaden. 5. Intern kommunizieren: Das Team braucht eine klare, sachliche Information über das weitere Vorgehen, nicht Stillschweigen.
Nach der Entscheidung: die nächsten Schritte
- Ein internes Lessons-Learned-Gespräch dokumentieren.
- Die Mandatsvorbereitung für künftige Einsätze verbessern.
- Eine Nachfolge-Lösung – intern oder neuer Interim Manager – strukturiert planen.
- Rechtliche Aspekte prüfen: Dienstvertrag, Leistungsanforderungen, Abrechnung.
- Die Kommunikation nach außen – Kunden, Partner – koordinieren, falls nötig.
Das Hauptproblem bei gescheiterten Mandaten ist, dass zu lange gewartet wird. Wer nach sechs Wochen merkt, dass es nicht läuft, und weitere acht Wochen hofft, verliert drei Monate. Frühes Handeln bei ersten Warnsignalen spart Zeit und Geld.
Wie das nächste Mandat besser aufgesetzt wird
Ein gescheitertes Mandat enthält immer eine strukturelle Lehre: Entweder war das Mandat schlecht definiert, der Kandidat falsch ausgewählt oder die Rahmenbedingungen auf Unternehmensseite nicht gegeben. Wer diese Ursache ehrlich identifiziert und beim nächsten Mandat abstellt, hat das Scheitern in einen echten Lerneffekt verwandelt. Schnelle Ursachenanalyse, offene Kommunikation, saubere Übergabe und eine klare Entscheidung sind die vier Hebel, um den Schaden zu begrenzen und handlungsfähig zu bleiben.