Interim Management

Team auf den Interim Manager vorbereiten

Kurz gesagt

Das Team muss vor Mandatsbeginn klar informiert werden – warum ein Interim Manager kommt, was seine Rolle und Befugnisse sind, was sich ändert, was nicht, und wer Ansprechpartner für Fragen ist. Die Information sollte mindestens drei bis fünf Tage vor Mandatsbeginn erfolgen und von der Unternehmensleitung selbst kommen.

Was ohne Vorbereitung passiert

Ein typisches Szenario: Der Interim Manager tritt seinen ersten Tag an, im Flur wird geflüstert, niemand weiß genau, warum er da ist. Spekulationen machen die Runde – Entlassungen, Umstrukturierung, Übernahme? Das Team reagiert mit Rückzug, Misstrauen oder offener Ablehnung, erste Gespräche sind angespannt. Der Interim Manager muss sich seinen Weg ins Vertrauen erst erkämpfen – obwohl das häufig mit einer einzigen guten Team-Kommunikation vor Mandatsbeginn vermeidbar gewesen wäre.

Was das Team wissen muss – und was nicht

  • Warum kommt der Interim Manager – ehrlich, aber nicht alarmistisch?
  • Was ist seine Rolle, und was sind seine Befugnisse?
  • Was ändert sich für das Team – konkret und realistisch?
  • Was ändert sich nicht – Arbeitsverträge, Strukturen, bekannte Kolleginnen und Kollegen?
  • Wer ist der direkte Ansprechpartner für Fragen und Sorgen?

Schritt-für-Schritt-Kommunikation zum Mandatsbeginn

1. Ankündigung durch die Unternehmensleitung: nie durch den Interim Manager selbst – das signalisiert Rückhalt. 2. Inhalt der Ankündigungs-Kommunikation: warum, wie lange, was sich ändert, was nicht – klar und ohne Beschönigung. 3. Erstes Team-Meeting mit dem Interim Manager: eine persönliche Vorstellung, bei der Fragen direkt gestellt werden können. 4. Klärung von Rolle und Entscheidungsrahmen: damit das Team weiß, wofür der Interim Manager zuständig ist und wofür nicht. 5. Ansprechpartner für Bedenken benennen: eine feste Person, an die sich das Team bei Sorgen wenden kann. 6. Regelmäßige Kommunikation im Mandatsverlauf: Information endet nicht mit dem ersten Tag, sondern läuft über die gesamte Mandatslaufzeit weiter.

Ein häufiger Fehler: Die Unternehmensleitung kommuniziert die Ankunft des Interim Managers nicht selbst, sondern überlässt es ihm, sich vorzustellen. Das signalisiert dem Team, dass die Führung nicht wirklich dahintersteht – Ergebnis sind Akzeptanzprobleme von Tag eins an. Sinnvoll ist, für das erste Team-Meeting eine kurze schriftliche Zusammenfassung vorzubereiten: Wer kommt, warum, wie lange, was sich ändert, was nicht. Ein einseitiges Dokument, das das Team mitnehmen kann, reduziert Gerüchte deutlich.

Warum Vorbereitung Rendite bringt

Ein gut vorbereitetes Team kann von Woche eins an produktiv mit dem Interim Manager zusammenarbeiten. Ein schlecht vorbereitetes Team braucht oft bis zu vier Wochen, um grundlegendes Vertrauen aufzubauen – bei einem dreimonatigen Mandat ist das ein Drittel der gesamten Laufzeit. Die Kommunikation vor Mandatsbeginn ist damit nicht nur ein weicher Faktor, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung.

Häufige Fragen

Wer sollte die Ankunft des Interim Managers ankündigen?
Die Unternehmensleitung oder die direkte Vorgesetzte beziehungsweise der direkte Vorgesetzte, nicht der Interim Manager selbst. Das signalisiert Rückhalt und erhöht die Akzeptanz im Team erheblich.
Was muss das Team über den Interim Manager wissen?
Warum er kommt, was seine Rolle ist, welche Befugnisse er hat, was sich ändert und was nicht, und wer Ansprechpartner für Fragen ist.
Wann sollte das Team informiert werden?
Mindestens drei bis fünf Tage vor Mandatsbeginn. Eine Ankündigung erst am ersten Arbeitstag kommt zu spät, das Informationsvakuum hat dann bereits Gerüchte erzeugt.
Was tun, wenn das Team trotz Kommunikation skeptisch reagiert?
Skepsis ist normal und kein Versagen. Wichtig ist, offen damit umzugehen: Bedenken ernst nehmen, Fragen beantworten, keine falschen Versprechen machen. Vertrauen entsteht durch Handlungen, nicht durch Ansagen.